TRIAL AND ERROR 1.0


Vom 02.12.17 bis 23.12.17 beteiligt sich die forschungsgruppe kunst an dem Ausstellungsprojekt "Zwischen Schwarz Weiß" der Gruppe projekt3drei im GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe.












Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt ...“ so lautete nicht nur eine Textpassage der früheren DDR-Nationalhymne, auch der Lebensweg vieler deutscher Senioren lässt sich mit dieser Zeile trefflich umschreiben. Das Ende des zweiten Weltkrieges und die ersten schweren Nachkriegsjahre in beiden Teilen Deutschlands haben etliche als Kinder noch miterlebt. Mit Entbehrungen, viel Fleiß und harter Arbeit wurde unser zweigeteiltes Land in unterschiedlicher Art und Weise wieder aufgebaut. Die Wertschätzung dieser Verdienste für unsere Gesellschaft ist der heutigen Jugend scheinbar nicht mehr so präsent:
Senioren sind Stubenhocker, arm, gesundheitlich angeschlagen, verschließen sich dem technischen Fortschritt, hören Volksmusik, sind festgefahren in ihrem Denken, meckern ständig, riechen komisch und halten den Verkehr auf. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Vorurteilen, die heute in unserer Gesellschaft über Rentner existieren. Hinzu kommt noch die bizarre Vorstellung, dass sich die Senioren ihren genüsslichen Lebensabend auf Kosten der Jugend finanzieren lassen. Diese Vorurteile sind natürlich keine Randerscheinung unserer heutigen Zeit. Schon Generationen vor uns haben sich mit den unterschiedlichen Sichtweisen und den dazugehörigen Missverständnissen auseinandersetzen müssen. Denn psychologisch betrachtet, sind Vorurteile fest in der menschlichen Struktur des Denkens und Lernens verankert.


Der auf den ersten Blick pragmatisch anmutende Lösungsansatz, ein vorhandenes Problem durch ein einfaches Löschen zu überwinden, ist verlockend aber natürlich realitätsfremd. Mit unserer Arbeit trial and error 1.0 wollen wir den Betrachter auffordern hinter die vermeintlich offensichtliche Botschaft der Tastaturbelegung zu schauen um die Daseinsberechtigung seiner eigenen Vorurteile zu erforschen. Denn nur wenn Alt und Jung aufeinander zugehen und sich mit dem Generationskonflikt auseinandersetzen, kann Verständnis, Toleranz und gegenseitiger Respekt entstehen.